Bürgerinitiative stellte Fakten ins Netz

„Wir wollen die Debatte um den Standort der neuen Schön-Klinik versachlichen“, sagt Matthias Alecke, Sprecher der Bürgerinitiative „Gemeinsam in Lorsch“. Dazu hat die Initiative recherchiert und viele Fakten zusammengetragen, die ab Donnerstag, 19.03.2015, im Internet nachzulesen sind. Unter der Adresse: www.gemeinsam-in-lorsch.de.

Alecke betont, dass es keinen Konflikt „Wiesenteich gegen Schön-Klinik“ gebe. „Wir wollen auch die vielen Arbeitsplätze in Lorsch erhalten“, sagt der Sprecher. Dabei sei es aber wichtig, vernünftig zwischen den zwei potenziellen Standorten (Friedensstraße und Ehlried) abzuwägen. „Wir haben damit aus Eigeninteresse begonnen“, erklärt Alecke, „sind aber auf viele Fakten gestoßen, die auch im Sinne des Allgemeinwohls zu beachten sind.“

Die Bürgerinitiative hat die Informationen auf ihrer Website in drei Bereichen allgemeinverständlich dargestellt:

Juristische Hindernisse:  Auf der Website wird erklärt, warum der Regionalplan Südhessen einen lokalen Bebauungsplan aussticht, was erhebliche Konsequenzen für die Flächen an der Friedensstraße hat. Sie sind nur landwirtschaftlich zu nutzen, das wurde juristisch im Regionalplan festgeklopft. Nach diesen Vorgaben hat sich zwingend ein Bebauungsplan der Stadt zu richten. Es sei denn, die Stadt beantragt eine Änderung des Regionalplans, was Zeit kostet bei völlig offenen Erfolgsaussichten. „Auf ein solches Risiko sollten sich potenzielle Investoren nicht einlassen“, so Alecke.

Grundwasser/Boden: Im hessischen Ried steht das Grundwasser sehr hoch, was zu Problemen bei einem Klinik-Neubau an der Friedensstraße führen könnte. Darüber informiert die neue Website. Denn die tiefe Baugrube wäre ständig zu entwässern und die gesamte Kellerebene gegen das drückende Grundwasser zu schützen. „Das kostet eine Stange Geld, wovon wir im Wiesenteich ein Lied singen können“, so der Sprecher der Initiative, „wir haben in einem ‚Sumpfgelände‘ gebaut, was sich für eine Millionen-Investition nicht empfiehlt.“

Hochwasser: „Unser Wohngebiet ‚Am Wiesenteich‘  liegt in einem möglichen Überschwemmungsgebiet der Weschnitz, genauso wie das potenzielle Gelände der Schön-Klinik“, erklärt Alecke. Eigentlich müsse die Stadt laut Regionalplan darauf hinwirken, „dass in diesen Gebieten keine Anhäufung von hochwassergefährdeten Vermögenswerten erfolgt.“

Der Standort Ehlried sei dagegen weniger durch Hochwasser gefährdet, argumentiert der Sprecher der Bürgerinitiative. Planungsrechtlich handele es sich um ein „Vorranggebiet Siedlung“, weshalb die Stadt Lorsch diese Fläche der Schön-Klinik zur Verfügung stellen kann. Außerdem sei dort die Situation beim Grundwasser entspannter: „Für die Schön-Klinik wäre vermutlich keine aufwendige Pfahlgründung nötig, und es gibt auch keine Gefährdung einer angrenzenden Wohnbebauung, wenn es zu Eingriffen in den Grundwasser-Haushalt kommt“, so Alecke.