Standort-Diskussion um „Schön-Klinik“ vorbei

Warum kartet Schönung nach?

Lorscher Bürger begrüßen die Entscheidung des Klinikbetreibers und freuen sich über den Verbleib der „Schön-Klinik“ in der Stadt

Eigentlich müsste die Bürgerinitiative „Gemeinsam in Lorsch“ zufrieden sein. Nachdem sich die „Schön-Klinik“ für den Standort Starkenburgring entschieden hatte, war der Bauplatz an der Friedensstraße vom Tisch, und zwar in der Bauausschusssitzung der Stadt Lorsch am 07.05.2015. „Wir finden es sehr gut und freuen uns, dass durch diese Entscheidung die ‚Schön-Klinik‘ mit ihren 240 Arbeitsplätzen in Lorsch erhalten bleibt“, sagt Matthias Alecke, Sprecher der Initiative. „Der medial aufgeblähte Konflikt zwischen Anwohnern und der Kommunalpolitik in Lorsch könnte jetzt vorbei sein.“ Ende gut, alles gut?

Aber: Am Tag nach der Sitzung erscheint  ein Interview mit Bürgermeister Christian Schönung. Über die Anwohner im Wiesenteich sagt der Bürgermeister im „Bergsträßer Anzeiger“: „Sie wussten, dass es gewichtigere Argumente für den Bauplatz am Starkenburgring gibt“.

Dazu Alecke: „Damit räumt Schönung ein, dass unsere Argumentation stichhaltig und überzeugend ist.“ Auf ihrer Website hatten die Lorscher Bürger die Standort-Diskussion um die Schön-Klinik ausführlich dokumentiert – mit vielen Sachargumenten zu den Themen Regionalplanung, Grundwasser und Hochwasser (www.gemeinsam-in-lorsch.de).

„Gewichtigere Argumente“? In einer Pressemitteilung der Stadt, die am  28.03.2015 im „Bergsträßer Anzeiger“ zitiert wird, klang das noch ganz anders: „Bewohner des Baugebietes setzen auf die Strategie, den Standort an der Friedensstraße schlecht zu reden. Für den Magistrat ein nicht hinnehmbares Verhalten.“ In diesen Zeilen spiegelt sich ein merkwürdiges Verständnis von Demokratie und Meinungsfreiheit. Dazu gehörten, so der Sprecher, Streit und Meinungsaustausch, weshalb Bürger früh eingebunden sein sollten. „Respekt und Sachlichkeit in der Auseinandersetzung sind dabei wünschenswert“, sagt Alecke.

Doch damit nicht genug: Im aktuellen Interview äußert Schönung, die Stadt hätte die Bürger darum gebeten, keine weiteren Aktionen mehr zu unternehmen. Wörtlich heißt es dann: „Das wurde leider einseitig nicht eingehalten. Damit gab es in den Verhandlungen mit der Klinik ein Risiko für einen möglichen Schaden für Lorsch – das war unnötig.“

„Gut, auch ein Magistrat kann den Holzhammer auspacken“, stellt Alecke klar, „das hat er auch gemacht, als er uns ein ‚nicht hinnehmbares Verhalten‘ vorgeworfen hat.“  Warum aber schürt Schönung jetzt erneut Ressentiments gegen kritische Bürger? Wieso spekuliert er erneut über einen „möglichen Schaden für Lorsch“? Alecke: „Es ist trotz eines für alle Seiten zufriedenstellenden Ergebnisses sehr schade, dass Schönung so unprofessionell und emotional nachkartet.“

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