Bürgerinitiative befürchtet Bauschäden

Es geht längst nicht mehr um eine „schöne Aussicht“

Gräbt der Investor Schön-Klinik eine tiefe Baugrube an der Friedensstraße, befürchtet die Bürgerinitiative „Gemeinsam in Lorsch“ ein hohes Risiko von Bauschäden, und zwar an vielen Häusern im Umfeld des Klinik-Neubaus. Der Grund: Es könnte zu massiven Eingriffen in den Grundwasserhaushalt kommen, wodurch schwere Schäden in der Wohnbebauung möglich sind.

„Wir fordern daher vom Bauherren Schön-Klinik, ein Beweissicherungsverfahren durchzuführen, wenn sich die Verantwortlichen für den Standort Friedensstraße entscheiden“, sagt Matthias Alecke, Sprecher der Bürgerinitiative. Das bedeutet: Vor Beginn der Baumaßnahmen sind alle betroffenen Häuser in ihrem gegenwärtigen Zustand zu dokumentieren.

„Außerdem wollen wir, dass die Schön-Klinik in unserem Baugebiet kontinuierlich den Grundwasserstand überwacht“, erläutert der Sprecher der Bürgerinitiative. Dazu sei es notwendig, eine entsprechende Zahl von Bohrungen vorzunehmen, den Stand des Grundwassers korrekt zu erfassen und die Daten professionell auszuwerten.

„Nur so lässt sich im schlimmsten Fall beweisen“, so Alecke, „dass eine Wasserbewirtschaftung der riesigen Klinik-Baugrube zu Rissen, verzogenen Fenstern oder kaputten Türen geführt hat.“ Diese Kausalität nachzuweisen, ist sonst fast unmöglich. Aber im Rahmen einer Vorher-Nachher-Begutachtung zählt juristisch der Anscheinsbeweis. Gleichzeitig bleibt die Bürgerinitiative bei ihrer Einschätzung, dass der Standort Ehlried für den Klinik-Neubau weit besser geeignet ist.

Warum die Grundwasser-Verhältnisse so kritisch zu bewerten sind, hat die Bürgerinitiative auf ihrer Website dokumentiert: www.gemeinsam-in-lorsch.de. Hinzu kommen klare Aussagen aus dem Bebauungsplan für den Wiesenteich vom 09.09.2013. Da heißt es: „Es ist mit Grundwasserschwankungen zu rechnen. Infolge von Grundwasserschwankungen ist auch mit Setzungen und Schrumpfungen des Untergrundes zu rechnen.“ (1.6.3 Kennzeichnungen).

Weiterhin ist zu lesen: „[Es] entsteht bei der Wasserhaltung ein Absenkungstrichter von großer Ausdehnung, die auch den Bereich der Nachbarbebauung erreicht. Deshalb sind Gebäudeschäden nicht auszuschließen.“ Daher bekommen die Bauherren den Tipp: „Es ist anzuraten eine Beweissicherung durchzuführen.“

„Diesen Rat nehmen wir auf und geben ihn an den Bauherren Schön-Klinik weiter“, sagt Alecke. Inzwischen sei nämlich das Thema „schöne Aussicht“ völlig unwichtig geworden, weil Bauschäden im gesamten Baugebiet auftreten könnten. Daher engagierten sich in der Bürgerinitiative auch viele Bewohner aus Lorsch, die nicht direkt an der Friedensstraße gebaut hätten.

Vor diesem Hintergrund weist Alecke den Vorwurf des Magistrats zurück, die Bürgerinitiative würde ein „nicht hinnehmbares Verhalten“ an den Tag legen. „Diese Aussage zählt zu einigen Ungereimtheiten, die uns in der Berichterstattung des Bergsträßer Anzeigers am 28.03.2015 aufgefallen sind“, erklärt der Sprecher.

Daher habe seine Initiative einen Faktencheck auf die Website gestellt, um ein von Ressentiments geprägtes Bild in der Öffentlichkeit zu korrigieren.

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Kontakt
Matthias Alecke
Bürgerinitiative „Gemeinsam in Lorsch“
Internet: www.gemeinsam-in-lorsch.de
E-Mail: redaktion[add]gemeinsam-in-lorsch.de